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Die Ohrakupunktur stellt eine alte und wirkungsvolle Methode dar,  akute und chronische Erkrankungen ohne Nebenwirkungen zu behandeln. Bereits vor über 2000 Jahren wurden in der traditionellen chinesischen Medizin reflektorische Beziehungen zwischen Punkten an der Ohrmuschel und einzelnen Körperregionen festgestellt. Auch in anderen alten Kulturen, wie z.B. Persien, Ägypten, Griechenland und auch in Afrika wurden diese Punkte therapeutisch genutzt, allerdings nicht immer mit Nadeln, sondern durch Verödung (Kauterisation). Bis zum 17. Jahrhundert gab es nur wenige medizinische Aufzeichnungen, danach verdichten sich Hinweise über therapeutisches Arbeiten mit der Ohrakupunktur in Europa.

Dem franz. Arzt P. Nogier ist die Wiederentdeckung  der Ohrakupunktur in den 50er Jahren des letzten  Jahrhunderts zu verdanken. Er erforschte die  Reflexzonen im Ohr, zugehörig zu jedem Organ des  Körpers und entdeckte, dass das Punkteschema im  Ohr im ganzen mit dem Abbild eines auf den Kopf  gestellten Embryos vergleichbar ist.

Seine Veröffentlichungen gelangten nach China und  führten hier zu einer Weitererforschung der  vergessenen Tradition. Beide, die französische und  die chinesische Schule, weisen viele  Gemeinsamkeiten auf, unterscheiden sich jedoch  teilweise durch die Punktlokalisation.

Bei der Ohrakupunktur sind die Punkte nur dann nachweisbar, wenn hier der Energiefluss infolge einer Funktionsstörung, welcher Ursache auch immer,  des betreffenden Organs blockiert ist. Sie sind z.B. durch Rötung oder Abblassung, durch Druckempfindlichkeit oder verminderten Hautwiderstand feststellbar. Dabei werden diese Punkte durch einen Punktsucher ausfindig gemacht und anschließend in der Regel eine Nadel in den betreffenden Punkt gesetzt. Die pro Sitzung veranschlagte Behandlungszeit beträgt etwa zwischen 20 und 45 Minuten.

Hauptindikation liegt in der Schmerzbehandlung akuter und chronischer Erkrankungen wie z.B. begleitend bei Frakturen und die Behandlung von Migräne. Außerdem werden gute Ergebnisse bei der Behandlung von Allergien, psychosomatischer Leiden und begleitend im Rahmen von Raucherentwöhnung und diätetischen Maßnahmen erzielt. Es gibt keine unerwünschten Nebenwirkungen im Sinne behandlungsbedingter gesundheitlicher Beeinträchtigung. Allerdings kann es, wie in der Homöopathie, zu einer „Erstverschlimmerung“ (die richtig betrachtet nur eine Akkumulation der noch folgenden Symptome ist), kommen, außerdem kann eine eher angenehme Müdigkeit auftreten, die sich in der Regel innerhalb weniger Stunden  löst.

 

(C) 2004 - 09 by Anja Lausch